Spotlight – Filmtipp

Heute wieder ein kurzer Filmtipp. Der 2016 mit dem Oskar prämierte Film Spotlight zeigt, mit sehr beeindruckenden Schauspielern wie Michael Keaton, Mark Ruffalo, Rachel McAdams aber auch mit völlig unbekannten Meistern des Schauspielfaches, die dramatische Geschichte des sexuellen Missbrauchs innerhalb der katholischen Kirche in den Jahren 1970 – 2003.


Im Film, der auf wahren Ereignissen beruht, wird die Frage nach dem System Katholische Kirche (Zölibat, Ausschluss von Frauen) genauso gestellt wie die Frage danach, warum viele Menschen in katholischen Gremien, aber eben auch im Justiz- und Polizeisystem die Missstände, die offensichtlich waren, vertuscht und verheimlicht haben und so zu Mittätern wurden. Und auch den Journalisten, die diese Gräuel endlich offen legen und sich nicht an ihren unbequemen Recherchen hindern ließen, wird die Frage gestellt, warum sie erst viele Jahrzehnte später richtig, nämlich aufklärend, reagierten.

Der Film deckt das Wegschauen der Allgemeinheit wunderbar auf und verdeutlicht die Auswirkungen solch eines blinden Verhaltens. Immer wenn die Opfer interviewt oder verhört wurden, kam eine tiefe Betroffenheit zum Ausdruck, was dort jungen Menschen am Beginn ihres Lebens angetan wurde. Viele der Opfer überlebten nicht oder wurden schwer psychisch schwer krank. Und die kirchlichen Institutionen versuchen bis heute, diese Geschehnisse unter den Teppich zu kehren. Ein wirkliches Meisterwerk über Schuld, Sühne, Gerechtigkeit, aber auch über wahren Glauben in einer Kultur der echten und – parallel laufenden – heuchlerischen Mitmenschlichkeit, die in ihren düsteren Ergebnissen angeprangert wird. Ein Film, der berührt, zum Nachdenken anregt und einen noch weit nach Filmende nicht loslässt. Absolut Empfehlenswert!


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