Warum Jugendliche nicht frieren? – Oder das Wissen über die zwei Batterien des Körpers

Wieder einmal finde ich in einem Artikel bei T-online ein spannendes Thema, welches hierzulande völlig falsch verstanden wird, was dieser Artikel wieder sehr deutlich zum Ausdruck bringt.

http://www.t-online.de/eltern/jugendliche/id_55739572/teenager-warum-jugendliche-nicht-frieren.html,

hierunter können Sie nachlesen, was die moderne Wissenschaft über die Angewohnheit der jungen Menschen sagt, die sich auch bei tiefsten Temperaturen oder stärkstem Wind nur leicht bekleidet, mit offener Jacke und kurzer Bluse auf die Straße begeben.

Ja, es stimmt, in der Regel frieren junge Erwachsene und Jugendliche nicht so schnell wie ältere Erwachsene. Dies liegt an der Stärke und Präsenz des sogenannten Yang-Qi und der noch vorhandenen Mächtigkeit des Ursprungs-Jing. Die Power des Frühlings (Kinder- und Jugendzeit) ist mächtig wie Atomenergie und das muss auch so sein. Wir brauchen diese Power fürs Lernen, für die Entdeckung der Welt, fürs Wachsen und später für die Weitergabe der Gene im Zeugungsakt. Und natürlich nehmen die jungen Menschen es eben nicht so stark wahr, dass es kalt ist, das ein starker Wind weht und dass dies natürlich Energie (Qi) kostet, damit der Körper trotzdem auf 37° Grad Innentemperatur bleiben kann. Dieser Prozess läuft zumeist völlig unbemerkt im Inneren ab.

Doch wie macht der Körper dies? Nun, wenn es draußen kalt und windig ist, produziert der Körper mehr Yang-Qi und bringt es über das Immunsystem an die Körperoberfläche, sprich die Haut. Dafür benötigt er auch besonders viel vor- und nachgeburtliche Energie (Nieren-Qi und Milz-Qi). Die Zeichnung der zwei Batterien verdeutlicht sehr schön, wie die Energiezufuhr funktioniert und wie der Körper aus diesen zwei Batterien gespeist wird.

                                                                                                                                                 2Batterien                                                                                                                                                         

Die eine Batterie beherbergt das nachgeburtliche Qi, welches aus dem Zusammenspiel von Nahrungsaufnahme und -verdauung und Atemprozess gewonnen wird. Die vorgeburtliche Qi wird in der anderen Batterie gespeichert. Dieses Qi gilt als Quelle der Lebensdauer und wird, gegeben von Vater, Mutter und dem lieben Gott (Natur,Dao), in den Nieren gespeichert. Während des Lebens wird immer Energie aus beiden Batterien für den Alltag benötigt. Je besser die nachgeburtliche Qi-Produktion, die gesamte Verdauung funktioniert, um so weniger Verbrauch an vorgeburtlichem Qi. Je weniger Exzesse im Leben – wie etwa Drogen, Stress, Sex und eben auch äußere Einflüsse wie Kälte oder Wind – umso weniger wird die vorgeburtliche Energie angegriffen. Wir sollten also auch als junge Menschen sehr wohl haushalten mit der nachgeburtlichen Energie. Je weniger emotionaler Stress, je weniger Substanzverlust beispielsweise durch Leistungssport, je weniger Verlust an Essenz durch Sex, desto mehr Reserve bleibt für andere Aufgaben. Und ja, je passender wir uns kleiden bei nassem, windigem und kaltem Wetter, umso weniger vorgeburtliche Substanzen benötigt der Körper. Und dieses Jing, dieses vorgeburtlichen Substanzen werden insbesondere im Alter zur Bekämpfung von Krankheiten als auch zur Verringerung der Einschränkungen durch das natürliche Nachlassen körperlicher Funktionen benötigt und fehlen dann eben durch ein aasen mit dieser Energie in jungen Jahren.

Zudem brauchen Gehirn und Knochen viel von dieser Energie, insbesondere wenn wir älter werden. Somit sollten sich auch junge Menschen immer warm anziehen, sich nicht ständig der Kälte aussetzen, nie die Nieren, Füße oder Ohren kalt werden lassen, nicht zu viel Kaltes trinken und nicht kaltherzig werden, damit die vorgeburtliche Energie stark bleibt und ein langes, gesundes Leben ermöglicht.

Das Titelbild stammt von Ho Yeow Hui/Shutterstock.com

 

 


2 Gedanken zu “Warum Jugendliche nicht frieren? – Oder das Wissen über die zwei Batterien des Körpers

  1. Michael Winkler Antworten

    Hallo Joachim,

    Vielen Dank für diesen Artikel. Scheint mir nicht nur sehr klar und logisch, sondern ist mir auch stimmig mit meiner eigenen Erfahrung. Ich denke, das Problem ist, dass wir meist erst dann was merken, wenn wir schon in den Mangel kommen. Der Millionär merkt nicht, wenn er jeden Tag Hunderte von Euros verschwendet.
    Ich selbst hatte angefangen, mein Konsumverhalten komplett zu ändern (besser gesagt: es hat sich geändert), als ich den Mangel deutlich erfahren, sprich gespürt hatte. Alles Kopfwissen (Vernunft) hat es da sehr schwer. Konsum und Schlaf waren mir auch erst dann ein Thema, NACHDEM ich mit der Praxis von Qigong und Taijiquan angefangen und sich so mein Wahrnehmung verändert hatte.

    Ich hoffe, dass dieser Artikel und folgende Diskussion viele Menschen zum forschen und üben inspirieren wird.
    lg Micha

  2. Joachim Stuhlmacher Antworten

    Lieber Michael,

    danke für deinen bestätigenden Kommentar und dein Einbringen eigener Erfahrungen. Ich möchte meine Artikel ja nie als „Angriff“ verstanden wissen, sondern als Denkanstoß, als Resonanzreiz, als Diskussionsbeitrag. Vielleicht kommen ja durch meine Artikel Dinge in Bewegung, dienen sozusagen als Auslöser!?! Und ja, es braucht Zeit, all die neuen, nicht verstandesmäßig zu erfassenden Aspekte der Welt bewusst wahrzunehmen, zu erfahren und sich dann auf eine wie auch immer geartete Änderung des Lebensweges zu begeben. Dies meint der Satz: „Der Wandel ist das einzig Beständige!“ Und dies ein Leben lang.
    Ich habe die Warnungen meiner geliebten Oma heute noch in den Ohren:“Halte deine Nieren, deine Ohren und deine Füße stets warm!“
    Du schreibst wundervoll, forschen und üben…das ist es, was mich freuen würde, wenn wir selber weiter üben und forschen! In diesem Sinne viel Freude dabei…Joachim

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.