Ein Toaster in jedem Haushalt – Oder die Frage, ob Brot gesund ist?

Heute möchte ich in einem sehr kurzen Artikel auf unseren Brotkonsum eingehen. Aus Sicht der Chinesischen Medizin ist Brot nicht uneingeschränkt zu empfehlen.

Brot ist, und das habe ich schon von meiner Oma gelernt, sehr oft „feucht“. Mit Feuchtigkeit oder auch Nässe (shi) beschreibt die Chinesische Medizin nicht den Körper nährende und positiv befeuchtende Flüssigkeiten, sondern schädliche, den Verdauungsprozess störende zähe Flüssigkeiten, die angedickt sind und deshalb zunächst zu Verdauungsstörungen (Blähungen, Aufstoßen, Darmträgheit, Durchfall, breiigem Stuhl, Übergewicht etc.) und später zu vielen anderen Blockaden und Störungen im gesamten Körper führen.

Meine Oma hat uns Enkelkindern niemals frisches Brot gegeben. Ich habe sie dafür oft geärgert und ihr vorgeworfen, dass sie uns gar nicht liebt. Heute weiß ich, wie weise sie war und wie viel sie noch wusste und Zugang hatte zu einem Wissen, was heutzutage gänzlich verschwunden ist in unserer modernen Welt. Brot hat eine gewisse Feuchtigkeit, die eben zu Beschwerden führt. deshalb wurde das frische Brot erst mindestens 2 Tage gelagert, bevor es verzehrt wurde. Genial, wie auch Nichtchinesen in unseren Breiten dieselben Erfahrungen hatten. Leider geriet diese Weisheit in Vergessenheit oder sie wurde einfach von den nächsten Generationen ignoriert, keine Ahnung. Aber jetzt weiß es so gut wie niemand mehr.

Die Nässe im Brot ist in etwa vorstellbar, als eine leichte Form von Schleim. Dieser dünne „Schleim“ hat eine dickere, nicht so leicht aufzulösende Konsistenz. Deshalb behindert er schnell die Verdauung. Trocknet das Brot nach, so reduziert sich die schädigende Auswirkung drastisch. So erklärt sich übrigens auch, warum in vielen Diäten kein normales Brot gegessen wird, sondern wenn, dann Knäckebrot. Warum?? Es ist furztrocken, wie wir flapsig sagen. Und diese Trockenheit sorgt für eine bessere Verdauung, was bei einer gewünschten Gewichtsabnahme sehr wichtig ist. Deshalb geht die Chinesische Medizin eben nicht nur von der Seite der Nahrungsmittel an dieses Thema, sondern sie versucht immer Maßnahmen zu integrieren, die den Verdauungstrakt und dessen Funktion stärken. So wird beispielsweise Ingwer eingesetzt als leicht nässeauflösendes Nahrungsmittel. Dann wird viel gekocht, weil es dem Verdauungstrakt die Produktion von Verdauungshitze abnimmt oder zumindest erleichtert. Der Verdauungsvorgang ist ein innerer Kochprozess. Die Transformation von Nahrung braucht einen heißen Kessel (Magen) unter dem ordentlich Feuer ist (Niere) und der dann die transformierten Nährstoffe (Qi) nach oben weiter transportiert (Milz/Pankreas). Zudem werden erwärmende Kräuter wie etwa Fenchel eingesetzt.

Gerade unser als gesund bekanntes Vollkornbrot ist oft sehr schwer verdaulich. Deshalb auch die Wahl meiner Artikelüberschrift denn, eine Möglichkeit die verdauungsstörenden Wirkungen von feuchtem Brot zu mindern, liegt in Erhitzungsverfahren. Jede Scheibe Brot wird getoastet vor dem Verzehr. Das ist nicht optimal, aber allemal besser, als das Brot so zu essen. 2-3 Tage lagern erwähnte ich schon. Im Backofen erhitzen oder auch in der Pfanne anrösten sind ebenfalls sehr hilfreiche Methoden und durchaus auch geschmacklich interessant und lecker.

Besser als die genannten Tricks anzuwenden ist es jedoch, einen Teil der Brotmahlzeiten zu ersetzen durch andere Nahrungsmittel und/oder andere Zubereitungsmethoden. Morgens der gekochte Getreidebrei oder das herzhafte Eiweißfrühstück der Engländer oder Türken beispielsweise. Gekochte Hirse, oder Haferflocken gedünstetes Obst dazu, ein paar geröstete Nüsse oder eben Rührei mit gedünstetem Gemüse oder wer es mag, auch mit Schinken, sind durchaus gute Ausgangsmahlzeiten für einen anstrengenden Tag und sie schmecken und sind eben wesentlich leichter verdaulich als Brot.

Insbesondere am Abend dann sollten wir nicht zu viel Brot und vor allem nicht sehr feuchtes Brot essen. Dieses bleibt dann, weil der Magen zur Abend- und Nachtzeit die wenigste Energie hat, die ganze Nacht im Verdauungstrakt liegen und gärt vor sich hin. Dabei entstehen schädliche Ausdünstungen, die die Verdauung wiederum schnell blockieren können. Abends leicht verdauliches Brot, zumindest getoastet, Knäckbrot oder, noch besser, eine Scheibe weniger Brot essen, stattdessen lieber leichte Suppen, Brühe, oder Reste des gedünsteten Gemüses als wunderbare Alternativen. Und nicht zu spät essen. Wer kennt es nicht, wenn man nach einem späten Abendessen (20.00 oder 21.00 Uhr), womöglich noch mit viel Fleisch, die ganze Nacht die Verdauungstätigkeit mitbekommt und kaum richtig tief schlafen konnte.

Wer also noch keinen Toaster besitzt sollte sich schnell einen solchen zulegen…;-)! Aber auf Dauer vielleicht auch die anderen Alternativen in seinen Alltag einbauen. Und wenn es dann einen Wechsel dieser Methoden gibt und ab und an mal eine fette Party dazwischen ist, dann haben wir einen wunderbaren Mittelweg gefunden, das Leben und das Essen zu lieben und gerade deshalb unsere Verdauung zu schonen, damit sie uns gut nähren kann.

Foto: Timo Klostermeier, Pixelio


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