Auf spirituellen Pfaden – Impressionen einer Reise durch China und Tibet

Nun sind es nur noch wenige Stunden bis zur Abreise. Wir, eine Gruppe von 18 bzw. 15 Reiseteilnehmern wird sich dann auf den Weg zurück in die Heimat nach Deutschland machen. Etwas müde, aber völlig begeistert, im Herzen berührt und zutiefst bewegt von einer unglaublichen Reise durch das „Reich der Mitte“ und auf das „Dach der Welt“ mit den Schwerpunkten Chinesische Medizin, Spiritualität und Qigong/Meditation.

Begonnen hat unsere Reise mit dem Besuch der Chinesischen Mauer, an einem der ruhigen Plätze an der Mauer. Wenig Touristen aber längere Fahrzeit.

Wochenlang war das Wetter in China mies, kühl und bedeckt. Doch kaum verlassen wir das Flugzeug, ziehen wir unsere dicken Jacken aus und erleben 21° und einen fantastischen Ausblick auf die Mauer und das große Reich China zum Norden hin. Zudem kommen viele Bewohner der Gegend an diesem ersten wirklichen Frühlingstag auf die Mauer, in Trachten und mit Musik, und zelebrieren eine Art Frühlingsfest für uns (und natürlich auch alle anderen Mauerbesucher…;-)). Ein toller Auftakt! Nun zum Hotel, welches am Kohlenberg liegt, direkt hinter der Verbotenen Stadt, dem ehemaligen Kaiserpalast. Dort treffen wir morgens und abends auf unzählige Übende unterschiedlichster Sport-, Qigong- und Taijiquanarten, aber auch Sänger, Tänzer uvm.!

Am nächsten Tag treffen wir auf den Großmeister des Zhong Yuan Qigong, Xu Mingtang. In Behandlungen und Besichtigungen und schließlich in einem Vortrag und einer Meditation nur für unsere Gruppe, erleben wir tiefe Spiritualität gepaart mit humoriger Weisheit, Einblicke in die Therapie mit der „Image Medicine“ und eine Meditation, die unglaubliche Reaktionen in der Gruppe auslöste…! Großmeister Xu behandelt nach der alten Kunst des großen Heilers Bian Xue. Dieser hatte die Fähigkeit über den Puls mit dem 3. Auge direkt in den Körper des Patienten zu sehen…! Diese Fähigkeit nutzt Meister Xu zur Diagnose.

Nebenbei erleben wir in den Hutongs, den alten Wohngebieten Pekings chinesisches Alltagsleben, nah und direkt. Ein Besuch des Weiße-Wolke-Tempels, dem Hauptsitz der Daoisten in China, rundet das Programm ab. Der Tempel ist eine wahre Oase der Ruhe im Trubel der Großstadt Peking.

 

                                                                                      Das Neijing-Tu über die daoistische Alchemie

Nun geht es über Louyang – und den Besuch der Longmen-Grotten – weiter zum sagenumwobenen Shaolinkloster. Lange bevor hier das Kloster im 8. Jahrhundert nach Christus gegründet wurde, war das Gebiet dort ein Treffpunkt für spirituelle Praktiken und der Wohnort vieler Dao-Meister wie beispielsweise Gui Guzi. Wir bleiben, anders als die anderen Touristengruppen, 2 Tage dort, um den spirituellen Hauch dort tief in uns einsaugen zu können und erklimmen die mehr als 600 Stufen zur Meditationshöhle von Bodhidharma, der dort Erleuchtung erlangte.

 

Nun geht es mit etwas Ruhe und weniger Programm nach Xi`an, der alten Kaiserstadt und der unglaublich ergreifenden Terra-Cotta-Armee. Welch eine Leistung, welch ein Eindruck von tausenden von Tonkriegern – jeder einzeln hergestellt und unterschiedlich gestaltet – die als Armee in Lebensgröße in kürzester Zeit gebaut wurden, um den damaligen Kaiser Qin nach seinem Ableben zu bewachen.

Mit Besichtigungen verschiedener Tempel und alter Stadtteile Xi´ans geht es danach weiter mit dem Nachtzug nach Chengdu. Auch ein Erlebnis der besonderen Art. Harte Matratzen, eine langsame Fahrt mit einem krächzenden Zug hinterlassen auch hier Eindrücke eines einfachen Lebens und eine gewisse Dankbarkeit für die Weiterentwicklung der Technik, gerade im Bereich der Personenbeförderung. Diese hatten wir vorher schon in Perfektion in den Schnellzügen der neuen Art erlebt, die mit mehr als 300 km/h fast geräuschlos durch das Reich der Mitte heizen.

In Chengdu erwarten uns 4 Tage Unterricht an der wohl berühmtesten TCM-Klinik des Landes. Täglich 6 Stunden Unterricht zu Themen wie der chinesischen Ernährungslehre, kochen mit Kräutern, das Erlernen des „Spiels der 5 Tiere“, die Erstellung von Congees und die Theorie zu den wichtigsten Konzepten der TCM waren eine wahre Wohltat und äußerst lehrreich für alle. Theorie und Praxis wechselten sich ab und wir machten uns beim Qigong draußen auf dem Klinikgelände beim Praktizieren des Bären oder des Hirsches durchaus zum Affen…;-), der auch zum Spiel der Tiere gehört! Dazu chinesische Küche vom Feinsten! Die Tage vergingen wie im Flug.

Dann ging unsere Reise weiter auf das Dach der Welt, nach Tibet. Diese letzten 6 Tage waren sicherlich für die meisten von uns am ergreifendsten. Es war unglaublich zu erleben, wie das ganze Land von einer Einfachheit, aber insbesondere von einer tiefen Alltags-Spiritualität durchdrungen ist und wie diese Spiritualität tagtäglich gelebt wird. Morgens vor der Arbeit wird geübt, nach der Arbeit wird rezitiert oder meditiert und so sahen wir Menschen, die sich niederwerfend um das Kloster fortbewegten und nach Feierabend den Tempel besuchten, auch wochentags.

 

 

 

 

Sicherlich geben die Bilder einen ganz kleinen Einblick in unsere wunderschöne Reise, oder!?! Die nächste Reise ist schon in Planung. 2019 geht es zu den Dao-Meistern Liu He und Liu Dong zu einem 7-Tage-Retreat mit Qigong und Meditation, zu indianischen Schamanen und zum KCM-Professor, Heiner fruehauf in die USA. Neben viel spannendem Lernen gibt es Vancouver und Portland als Sightseeing-Highlights. Bei Interesse bitte unverbindlich melden…!


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