Kälte ist das Hauptproblem – Qigong die Lösung

Der heutige Artikel beschreibt nochmals ein wenig das energetische Bild von Erkrankungen aus Sicht der Klassischen Chinesischen Medizin und deren Behandlung und Heilung.

Ja, mehr als 90 % aller Beschwerden und Erkrankungen haben als Grundlage eine sogenannte „Kälte“ (Han). Der Begriff der Kälte wird in der Chinesischen Medizin etwas anders verstanden als bei uns, aber dennoch handelt es sich im Grunde um das, was wir auch als Kälte draußen empfinden. Auch die Auswirkungen sind ähnlich. Kälte verlangsamt, blockiert und führt letztlich zum Stillstand. So sind auch innere körperliche Prozesse zu verstehen. Die innere Kälte verlangsamt zunächst Funktionen wie beispielsweise den Verdauungstrakt oder den Fluß von Qi in den Meridianen.

Dadurch entstehen größere Blockaden, die z.B. die Gelenke festsetzen und Gelenkbeschwerden auslösen können. Oder aber ganze Areale wie etwa der untere Rücken werden nach und nach kalt und blockieren neben den Wirbeln dort auch die Leitbahnen verschiedener Meridiane (Jingluo) und Gefäße (Mai) wie die Blasenleitbahn oder den Dumai. Dadurch werden bestimmte Energie oder Flüssigkeiten (Qi, Säfte und Blut) nicht mehr ordentlich nach oben weiter tranportiert. Neben einer regionalen Blockade, hier dem unteren Rücken, entstehen also Sekundärprobleme wie Wirbelsäulenbeschwerden im oberen Rücken, Gehirndurchblutungsstörungen oder Beeinträchtigungen der Sinnesorgane. Die Beispiele sollen nur die Idee des stattfindenden energetischen Prozesses verdeutlichen.

Kälte wird gefördert durch Kälte, natürlich, aber auch Feuchtigkeit (Shi) und Schleim (Tan) sind Bestandteil der Kälte oder fördern diese und tun sich mit dieser zusammen. Kälte kann durch vielerlei Fehler hervorgebracht oder verstärkt werden. Zu kalte oder befeuchtende Nahrung wie etwa Quark, Eis, Grüner Tee oder Salat, um nur einige wenige Nahrungsmittel zu nennen. Überhaupt zu wenig kochen und damit dem Verdauungstrakt zu wenig Hitze zuzufügen, führt letztlich auf Dauer zu innerer Kälte.

Mangelnde Bewegung tut ein Übriges. Jede Bewegung des Körpers erzeugt Hitze. Somit ist regelmäßige sanfte Bewegung wie etwa ein täglicher Spaziergang, etwas joggen oder das tägliche Training einer bewegten Qigong- und/oder Taijiquanform sehr gesund und beugt der Entstehung von Kälte vor. Gerade beim Sport jedoch kann ein zuviel an Bewegung Substanz, Säfte und Blut verbrennen und damit zu anderen, ebenfalls gefährlichen Disharmoniemustern führen.

Doch letztlich betont die Chinesische Medizin der Klassik auch hier immer wieder, wie wichtig es ist ein warmes, ein offenes Herz zu haben. Doch was bedeutet dies? Nun, es bedeutet, dass wir nie nur an uns , unsere Familie, unsere Gemeinde und unser Land denken, sondern immer auch an die anderen Lebewesen, die mit uns auf dieser Erde weilen. Die Hauptaufgabe des Herzens ist es, in allem die Einheit zu erkennen. Dies ist die wichtigste Aufgabe eines jeden Menschen, weshalb wir das Herz (Xin) eben auch in der Kaiserposition der Organsysteme finden. Wenn das Herz kalt ist, wenn wir – bewusst oder unbewusst – andere missbrauchen, andere vergessen, nur an uns und unser Land denken; wenn wir letztlich ein eiskaltes Herz bekommen, weil wir nicht mehr alle Lebewesen lieben und an den gesamten Planeten denken, sondern nur eigennützig und egoistisch vorgehen – ob bewusst oder unbewusst – so wird die Flamme der Liebe in uns kleiner, das Yang-Qi schwächer und wir erzeugen eine enorm schädliche innere Kälte. Deshalb gibt es so unendlich viele Kälteerkrankungen. Und die beste Behandlungsmethode gegen innere Kälte ist es zu lieben, das Herz zu öffnen, an den anderen zu denken und – mit Qigong, Taijiquan, Meditation und ähnlichen Methoden – dem Körper genügend Wärme, genügend, Yang-Qi zur Verfügung zu stellen.

Insbesondere in der kalten Winterzeit ist das Weihnachtsfest im Urgedanken genau dazu passend. Das Fest der Liebe soll in den kältesten und dunkelsten Tagen des Jahres die innere Hitze bewahren und nähren, damit wir und die Welt gesund bleiben. Tiefe bedingungslose Liebe ist der beste Garant für genügend Wärme im Herzen und im ganzen Körper.

Neben der direkten Aufnahme und Erzeugung von wärmendem Yang-Qi arbeiten wir im Qigong auch an diesem wichtigen Aspekt des Lebens: das Herz wieder in die Liebe zu führen…!

 


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