Ethikunterricht in Schule – Diskussion im Deutschlandfunk

Ich möchte heute kurz die Idee der KCM erläutern, warum sie den Intellekt zwar für wichtig hält, ihn aber letztlich dem Herzen (der Intuition) unterordnet. Dies hat gravierende Gründe, die wir verstehen sollten, damit auch wir in unserem Alltag entsprechend handeln können.

In der besagten gestrigen Diskussion im DLF nahmen sehr intelligente Menschen teil. Ein Professor für Philosophie, eine Vorsitzende eines Ethikverbandes und andere kluge Köpfe der Republik. Es wurde darüber diskutiert, wie denn der Ethikunterricht in das System Schule eingebaut werden soll, wie viele Stunden, zu welchen Zeiten usw.! Das fand ich schon sehr seltsam (ich werde später erläutern warum!)! Der Professor beschrieb den Weg der Ethik (und somit des Menschen) in etwa damit, dass im Ethikunterricht geschaut wird, ob jemand in der Lage sei, den Anderen in seiner Argumentation zu verstehen und diese nachzuvollziehen und ob er selber in der Lage ist, seine Argumentation nachvollziehbar zu begründen. Entsprechend könnten auch ohne Probleme Noten gegeben werden.

In der KCM ist der Intellekt/der Verstand dem Magen (Wei) zugeordnet. Dieser fungiert als Gegenspieler (Yin/Yang-Aspekt, nicht als Kontrahent im negativen Sinne!) zum Herzen, welches die Intuition beherbergt. Und das HERZ herrscht über alle anderen Organsysteme! Die Intuition herrscht über den Verstand! Noch deutlicher wird es, wenn wir sehen, dass der Magen alles zerteilt – entzweit – während das Herz in Allem die Einheit sieht!

Der Verstand arbeitet wie der Magen, er macht aus allem zwei. Er analysiert, er zerteilt, trennt und bewertet dann. Das Herz schaut in Allem immer danach, was den Anderen wohl zu seiner Tat/seinen Gedanken animiert hat. Es schaut immer nach der Einheit, den Ähnlichkeiten, den Gemeinsamkeiten, nicht nach den trennenden Aspekten!!! (Details im Mitgliederbereich oder auf DVD)

Zurück zur DLF-Sendung. Dort wurde mir sehr schnell klar, dass da, wie so oft im intellektuellen Herangehen an Probleme, am falschen Ende diskutiert wird. Ethik als Schulfach wurde diskutiert aber LEIDER NICHT Ethik im Leben. Denn dies würde sofort jedes Schulfach betreffen. Hätte man sich vorher über die grundlegende Problematik Klarheit (aus dem Herzen heraus) verschaffen, wäre das Thema ganz anders aufbereitet worden.

Also, es ist doch völlig egal, wann Ethikunterricht stattfindet, wenn Ethik selbst nicht Thema der Schulstruktur wird. Welche Bedeutung hat Ethik auf das System Schule?? Welche Änderungen an Fächern, Stundenzahl, Gewichtung etc. wären nötig. Das wären meiner Meinung nach Fragen von Interesse UND Bedeutung gewesen!!

Und mir fiel Laozi ein, Kapitel 38 aus dem DDJ: „…ist bedingungslose Liebe (Dao) nicht zu erreichen, so entsteht die tugendhafte (Menschen-)Liebe (De); wenn die Menschenliebe versiegt, so entsteht das Mitgefühl; geht das Mitgefühl verloren, so entsteht Rechtschaffenheit (Gerechtigkeit); geht die Rechtschaffenheit verloren, so entstehen Sitte und Moral. Sitte und Moral sind deutliche Zeichen dafür, dass sich der Mensch bereits weit von seinem wahren Wesenskern (Dao) entfernt hat.“

Wenn ich über Ethik diskutieren möchte, muss ich sehr tief verwurzelt sein im Leben (im Sein, nicht im Intellekt) und ein großes Herz haben oder dieses zumindest thematisieren!


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