Meditationen zur Winter-Sonnen-Wende und Vollmond

Ich möchte hier nur ganz kurz darauf hinweisen, dass wir gerade eine sehr wichtige Phase des Jahres haben, in der Meditationen einen deutlich höheren und tieferen Effekt haben können, als zu fast allen anderen Zeiten!

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Das Herz kultivieren – Teil 4

Heute mal wieder ein äußerst wichtiger Aspekt des Qigong UND der Klassischen Chinesischen Medizin, den ich in den Fokus rücken möchte. Die Kultivierung des Herzens! Animiert von einem Kurs am gestrigen Abend, möchte ich weitere interessante Aspekte dazu erläutern und deren Bedeutung für unser Üben und unser Leben herausstellen.

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Eine genauere Betrachtung des Scheitelpunktes „Baihui“

Auch heute wieder antworte ich auf die Nachfrage eines Kursteilnehmers und beleuchte ein wenig die Bedeutung des Scheitelpunktes, Baihui. Viel Freude beim Lesen und Spüren. 

Für unser Qigong- und/oder Taijiquan üben sind die Meridiane und bestimmte Energiebereiche wie die 3 Dantian und andere von enormer Bedeutung. Genau diese Idee ist es ja, die Qigong und Taijiquan von anderen Methoden wie Sport, Gymnastik oder auch Karate unterscheidet. Der energetische Aspekt – das Fließen von Energie in bestimmten Leitbahnen – und der geistig-seelische Aspekt unserer Praxis – die Stille des Geistes und die Ruhe des Herzens -.

Einer dieser Energiebereiche und gleichzeitig ein Akupunkturpunkt ist der sogenannte Scheitelpunkt, chin. Baihui. Baihui bedeutet „100 Treffen“ und meint die Zusammenführung aller Yang-Leitbahnen und des Yang-Qi´s an genau dieser Stelle. Der Scheitelpunkt ist die höchste Stelle des Kopfes. Zu finden über eine gedachte Linie in der Mitte des Kopfes von der Nasenwurzel bis zum Nacken und einer Verbindungslinie zwischen beiden Ohrenspitzen. Im Kreuzungsbereich liegt das Areal des Baihui. Areal deshalb, weil es sich um ein mehrdimensionales Feld handelt, nicht um eine Fläche.

Doch der Baihui wird auch als Tian-Men bezeichnet, Himmelstor. Den Begriff Tian < >Himmel  zu erläutern, würde ein ganzes Buch erfordern, so groß ist das Konzept dieses Begriffes. In Kürze sei hier jedoch darauf hinzuweisen, dass der Himmel das Größte ist, was diese Welt zu bieten. Der Himmel ist Ursprung alles Seins und umfasst den Menschen, die Erde, das Universum. Men, das Tor, ist ebenfalls ein typischer chinesischer Begriff, der etwas mit einer Verbindung zu tun hat. Tore sind Verbindungsareale, sind Mittler zwischen verschiedenen Bereichen, Ebenen, ja sogar zwischen unterschiedlichen Welten. Der Scheitelpunkt Baihui stellt also unser Verbindungstor zum Himmel her.

Im Qigong und im Taijiquan, aber auch in der Meditation wird die Wirbelsäule (chin. Himmelssäule!) aufrecht gehalten, um den Baihui nahe zum Himmel zu bringen. Durch die geöffnete Haltung des Nackens – umgesetzt durch die Anforderung das Kinn leicht und sehr sanft nach unten, hinten, oben zu bewegen – wird der Scheitelpunkt geöffnet und geht auf Empfang. Diese Empfangsantenne ist also unser Mittler zum Himmel. Wir empfangen über diesen Bereich Informationen aus dem Himmel und dies durchaus aus unterschiedlichen Lebensbereichen, ja Welten und sogar unterschiedlichen Zeiten. Den Baihui zu öffnen löst und entspannt also nicht nur den Nackenbereich, was an sich schon wichtig genug ist – gerade für Schreibtischtäter 😉 -, es stellt viel mehr auch unsere Kommunikation mit dem Himmel, mit dem Dao, mit unserem „Schicksal“ her. Aufrichtigkeit hat also mit Nichten nur etwas mit nicht lügen zu tun. Aufrichtigkeit ist eine Lebenshaltung, die uns mit dem Himmel verbindet und von dem wir uns dann führen lassen! Auch im banalen Alltag ist die Haltung der Wirbelsäule und damit die Haltung des Baihui sehr wichtig und wir sollten sorgsam mit diesen Bereichen umgehen und aufmerksam immer wieder diese Himmelsaspekte justieren. 

Über den Baihui erhalten wir sehr viele und wichtige Informationen aus unserer direkten Umwelt, was wichtig für unseren Alltag ist. Aber wir haben auch Zugang zu weitaus subtileren und entscheidenderen Informationen über unsere Ahnen, verschiedene Zeitebenen und unterschiedliche Welten. In anderen Traditionen wie beispielsweise bei einigen buddhistischen Schulen wird dieser Bereich als Stirn-Chakra bezeichnet. Chakren haben auch dort weitreichende Funktionen und sind Bindeglied zwischen unterschiedlichen Lebens- bzw. Energiebereichen.

In den daoistischen Traditionen hat der Baihui selbstverständlich Zugang zum Oberen Dantian (Shang Dantian) und damit zu sehr feinen, feinststofflichen Lebens- und Informationsebenen. Dort angesiedelt wird u.A. auch das sogenannte „3. Auge“ > auch Tian-Mu > Himmelsauge genannt. An all diesen energetischen und geistig-seelischen Funktionen ist der Baihui beteiligt. Deshalb wird der Scheitelpunkt auch immer besonders trainiert. In den einfachen Übungen beginnen wir eben mit der korrekten Ausrichtung des Baihui. Wer sich noch an die Zeit des Antennenfernsehen erinnert, weiß wie ungeheuer wichtig eine gute und exakte Ausrichtung der Antenne ist, wenn man einen guten Empfang haben will. Zudem lenken wir unsere Aufmerksamkeit sanft in diesen Bereich um diesen zu öffnen. Bilder wie ein Schweben dort, eine Leichtigkeit dort, können sehr hilfreich sein. Anschließend starten wir von dort unsere Entspannung des gesamten Körpers und des Geistes nach unten hin. 

In höheren Stufen des Qigongtrainings wird dieser Bereich auch gesondert bearbeitet und trainiert durch unterschiedliche Visualisierungs- und/oder Aufmerksamkeitsübungen.  Es bestehen natürlich Verbindungen auch zur Erde und zu Erden-Toren…! 

Kapitel-Vorabdruck aus meinem Psychobuch…;-)

Dieser Artikel ist ein Vorabdruck aus meinem Buch über die Psychologie des Menschen. Hier für euch eine kurze Einführung in das System der 5 Wandlungen (auch 5 Elemente genannt), welches nur ein Konzept ist, das ich in meinem Buch darlegen werde. In meinen Ausführungen beziehe ich mich sehr stark auf das konfuzianische Konzept der 5 Wandlungen. Natürlich fehlen hier alle vorherigen, allgemeinen Einführungen des Buches.

Die Fünf Wandlungen im Leben des Menschen

Die korrekte Anwendung der Fünf Wandlungen in unserem täglichen Leben kann uns befähigen, unser Schicksal zu verändern, zu tranzendieren. Dies ist eine faszinierende Methode, um unseren erworbenen, nachgeburtlichen Zustand in seinen vorgeburtlichen, himmlischen Zustand – vor dem Betreten der Erde – zurückzuführen.

Dabei hängt es ganz davon ab, was wir selbst in unserem Herzen tragen und wie wir unseren Mund, unsere Augen, Ohren, Nase und Zunge kontrollieren, damit wir nicht durch unsere Wünsche und Begierden beschmutzt werden, sondern die Tore unseres Körpers vor Verlust, vor Dieben schützen. Über die fünf Tore sprechen wir später noch.

Wenn wir nicht bei uns selbst beginnen und uns – mit dem Wunsch aus tiefstem Herzen kommend – zu kultivieren beginnen, werden wir von der Macht des Alltäglichen geradezu vergiftet. Unser Gefühl, unsere Intuition, unser Herz verliert sich immer mehr; während die Gedanken, der Intellekt und die Logik anfangen unser Leben immer mehr zu durchdringen und es zu bestimmen. Mit fürchterlichen Folgen für uns und unsere Umwelt.

Alles in uns sich Sehnende, alles Süchtige, alle Wünsche verderben langsam aber sicher das Herz, welches immerhin das Kaiserorgansystem des Körpers darstellt. Jedes Mal, wenn wir begehren, wird dem Herz ein Anteil an ererbtem Qi zugefügt. Ererbtes Qi ist der karmische Anteil in uns, der die Verfehlungen unserer Ahnen an uns weiter gibt, wenn wir selber beginnen, uns zu versündigen. Versündigen bedeutet hier, dass wir unseren Be-Gier-den folgen, statt unserem Herzen. Dem eigenen Wohl, statt dem Wohl der Allgemeinheit. Dem Verstand, statt der Intuition. Der Selbstliebe, statt der wahren, selbstlosen Liebe.

Jede weitere Tat in diesem Sinne schädigt somit uns selbst UND die Welt um mich herum. Dieser Qi-Anteil, den wir bei solchen Taten unbewusst unserem Herzen zufügen, blockiert dann einen Teil unseres Gewissens. Dieses Gewissen ist der tief in uns verwurzelte Aspekt der Tugenden und hat wenig bis nichts mit Moral zu tun. Diese Instanz in uns liegt viel tiefer als Moral und sorgt – eigentlich – dafür, dass wir alle Menschen herzlich, zuvorkommend, helfend und mit Achtung und Anstand behandeln (siehe auch Laozi`s DaoDeJing Vers 38).

Die Tugenden sind das Erste, was entstanden ist, als das Dao sich selbst befruchtete und die 10.000 Dinge erschuf. Die Tugenden sind der Ausdruck des reinen, des unbefleckten Menschen. Tief in unserem Inneren wohnen diese Tugenden noch immer und warten darauf, wieder ins Leben, in unseren Alltag eintreten zu dürfen. Doch solange dies nicht oder nur sehr unvollständig geschieht, verlieren wir durch unser Handeln, durch jede einzelne Tat im Auftrag unseres EGO`s immer mehr die in uns angelegte, angeborene und natürliche Güte.

Sobald wir also diesen Samen der Irritation, der Gier, der Verblendung und Unwissenheit und die damit zusammenhängende Frustration und Verunsicherung gepflanzt haben, wird es schwer, die Beherrschung zu bewahren und ein friedliches, im Herzen ruhiges Leben zu leben. Immer mehr werden Frustration, Wut, Ent-Täuschung und Verlust um sich greifen und uns nach und nach zerstören. Im Innen wie im Außen. Der Körper wird schwer und krank und das Leben im Äußeren, in unseren Beziehungen wird immer von Konflikten, einer Gedankenflut, von Sucht und Sorgen und von Schwermut begleitet sein. Dadurch entsteht langsam aber sicher grenzenloses Leid. Hier beginnt die Kultivierung des Herzens – eine der ersten Aufgaben im Qigong – als Rückbesinnung auf die im Menschen natürlich angelegte „Himmlische Natur“ (De). Die Pflege dieser himmlischen Natur erfüllen wir, wenn wir im Sinne der Fünf Wandlungen die Tugenden in uns wirken und durch uns zu Taten werden lassen.