Burn-Out einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachtet…

Gerade lese ich einmal mehr einen Artikel über den sogenannten Burn-Out. Dort heißt es u.A., dass, wenn beispielsweise Symptome wie Überforderung, hohes Stresslevel, Kopfschmerzen, häufige Infekte oder chronische Verdauungsstörungen sowie Stimmungsschankungen oder Lustlosigkeit auftreten, der Verdacht in Richtung Burn-Out abgeklärt werden sollte.

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Qigong, Schmerz, Yi und Shen

Ich möchte mit diesem kleinen Artikel auf ein Problem eingehen, was durch euer Qigongüben entstehen kann und was wichtig ist, es richtig einzuordnen, damit man gut und hilfreich damit umgehen kann…!

Zuerst einmal, wir suchen den Schmerz…;-)! Ja, das ist Ernst gemeint! Heilung findest du nur an den dunklen Stellen, dort, wo du nicht hin möchtest, statt. Und genau dort finden wir natürlich auch (all) den Schmerz, den wir durch unsere Inkarnation(en) verursacht, erlebt, erfahren und weg gepackt haben.

Also soll uns unsere Übungspraxis genau an diese Punkte, die eben schmerzhaft sind, heranführen. Das ist erklärtes Ziel des Übens, das ist das GONG. Alles was unerledigt bleibt, was wir nicht wahrhaben wollten oder konnten, wird irgendwo im Körper (oder in der Seele) gespeichert und sammelt sich dort immer mehr an, verdichtet sich! Je nach Konstitution kann das sehr unterschiedlich sein, aber das Prinzip ist immer dasselbe! Und das, worum es geht bei diesen Erfahrungen hat immer etwas zuallererst mit dem Geist, der Seele (Shen) zu tun, und erst in zweiter Idee mit dem Körper. Obwohl wir es zu unseren Lebzeiten natürlich nicht wirklich trennen können.

So sammelt sich über die Jahre (Jahrhunderte <> Ahnen, vorherige Inkarnationen, für die, die es so genau wissen wollen…;-)) Müll an ganz bestimmten Stellen im Körper an, weil wir es nicht richtig und vollständig verarbeitet haben. Dieser Müll – in der KCM dann Kälte, Feuchtigkeit, Schleim etc. genannt – landet an verschiedenen Körperstellen und verklebt dort langsam aber sicher das Gewebe. Diese Verklebungen verdicken immer mehr und dadurch entsteht irgendwann eine Unterbrechung des Flusses von Qi und Blut und schon haben wir SCHMERZ (aus Yang wird Yin).

Schmerz, so wiederum die Daoisten, entsteht dort, wo wir lange nicht gewesen sind! Watt soll datt denn schon wieder bedeuten?? 😉

Schmerz, d.h. diese Verklebungen können nur dort entstehen, wo wir mit unsere Aufmerksamkeit (Yi > Geisteswesen der Milz) lange nicht mehr waren, in der Regel aus Überforderung oder Angst. Wir haben uns Dinge, die in unserem Leben passierten, nicht gründlich und tief genug angeschaut. Wir haben aus Angst vor Verletzung oder „Bestrafung“ bestimmte Dinge nicht aussprechen mögen und uns nicht gewehrt gegen Situation, die uns hart getroffen haben. Wir haben diese Situationen einfach (hundertfach) verdrängt. Und diese Verdrängung, dieses Nicht-Anschauen-Wollen führt dann zu der beschriebenen Problematik, die wir Schmerz oder auch Beschwerde/Krankheit nennen.

Da die Alten Chinesen dies erkannt hatten, haben sie Methoden wie das Qigong und die Meditation erfunden (you – erkannt durch Aufmerksamkeit; geführt durch das Dao/Universum – Wu).    Diese Methoden sollen dem Menschen helfen, sich selbst besser und tiefer wahrnehmen zu können, damit wir eben solche Verklebungen selber auflösen und somit heilen können ODER sie gar nicht erst entstehen lassen, weil wir so sensibel und aufmerksam sind, dass möglichst wenig Verklebungen entstehen.

Deshalb ist der Geist (Shen), in der Ausprägung als Aufmerksamkeit, ganzheitliches Erfassen (Yi) auch so wichtig im Qigong, weil wir damit in jeden Bereich des Körpers hineinhorchen können. Schon unsere Aufmerksamkeit dort zu haben, setzt eine Auflösung in Gang. Deshalb setzt die KCM auf Selbstheilung, auf Hilfe durch eigenes Training der Sensibilität (zunächst nach Innen) und Aufmerksamkeit, die dann im Üben von Qigong und Meditation benutzt wird, um uns tiefer, immer tiefer zu erspüren und so tiefgreifende Heilung möglich zu machen…!

Qigong ist also alles andere als eine Gymnastik. Und auch das so oft anzutreffende Aufmerksamkeitstraining geht in der Regel überhaupt nicht tief genug, es bleibt allzu oft an der Oberfläche. Doch im Qigong lernen wir, immer tiefer hineinzukommen in unsere verschiedenen Gewebeschichten, bis wir sogar in die geistigen Welten eintauchen können.

Dieser Prozess ist der Weg der Heilung! Nicht die Medikamente, auch nicht der Heiler, nicht die Technik, WIR sind Patient UND Therapeut in einem! Und das nutzt die Chinesische Medizin, in dem sie uns Verfahren lehrt, die uns aufzeigen, wie wir wieder unser eigener Heiler werden, nämlich durch immer größer werdende ANWESENHEIT! Und Anwesenheit bedeutet, möglichst immer anwesend zu sein und sich nicht – innerlich – weil so schrecklich und schmerzhaft, wegzudrehen. Wir müssen uns und unser handeln immer wieder kritisch hinterfragen! Und weil dies so schwer ist, gibt es Kurse oder Heiler, die uns dabei helfen sollen, aber uns niemals UNSERE Arbeit abnehmen können!

Und dies wirklich zu verstehen ist von enormer Bedeutung, weil wir sonst die Chinesische Medizin und ihre Verfahren, ja, unser Qigong niemals richtig verstehen und damit nicht ansatzweise richtig und effektiv nutzen können!!!

Ideen zum „Geist des Anfängers“

Heute ein paar Hinweise und Ideen zum „Geist des Anfängers“! Wenn die Daoisten über diesen immer wieder geforderten Geist des Anfängers reden, meinen sie unsere Einstellung, unsere Haltung zum Leben und hier unsere Einstellung zu unserem eigenen Üben. Leben und Üben lassen sich übrigens aus daoistischer Sicht nicht trennen. Was genau meint „Geist des Anfängers“?? Nun, die Daoisten gehen davon aus, dass du, wenn du gerade zum Qigong gefunden hast – aus welchen Gründen auch immer – motiviert, neugierig, wissensdurstig, be-geist-ert und offen bist. Diese LUST (Magen <> Lernen) auf NEUES, diese Lust auf dich und dein inneres Wesen, diese NEUGIER auf das, was kommen wird und was es mit dir macht. Das alles ist der Geist des Anfängers.

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Jingshen – Die Stille des Geistes

In diesem Artikel möchte ich, so gut es mit Worten geht, einen Aspekt der Stille des Geistes (jing shen) beschreiben. Wir können wir still werden? Wie kann ich alle Gedanken loslassen?? Wie erfahre ich in der Stille die EINHEIT oder GESCHLOSSENHEIT oder VERBUNDENHEIT des Raumes??

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Die Kultivierung des Herzens – 3+

In meinem heutigen Artikel möchte ich auf weitere Aspekte des Geistestrainings im Qigong eingehen.

Der Geist (shen) hat sein Zuhause im Herzen (Xin) und den anderen vier Yin- oder auch Zang-Organsystemen. Der Geist, oder auch die Seele, beinhaltet verschiedene Funktionen des gesamten Körpers und benötigt für seine Denkarbeit, seine Steuerung von Millionen von Prozessen innerhalb der Organe, der verschiedenen anderen „Areale“ des Körpers, aller Zellen und der emotional-psychischen Aspekte des menschlichen Seins alle Organsysteme und deren Funktionen. So erklärt sich die Einteilung des Geistes in shen (Herz), zhi (Niere), yi (Milz), hun (Leber) und po (Lunge), um zu verdeutlichen, dass mehr als nur das Gehirn für das ordnungsgemäße Funktionieren des Geistes zuständig ist. Die Gesunderhaltung des Geistes benötigt also weit mehr als nur das Training des Gehirns. Doch das wird in weiteren Artikeln von mir ausführlicher aufgegriffen werden.

Heute geht es um den Aspekt des shen in Bezug zu einem heilenden und durchaus erfolgreichen Geistestraining, wie wir es im Qigong, im Taijiquan oder allgemeiner in der Meditation trainieren. Shen, als per Definition schon pathologischer Aspekt des Körpers, weil verunreinigt durch viele Reinkarnationen oder aber, wem das zu esoterisch ist, durch die bisherige Lebenszeit, die wir in diesem Leben weitgehend damit verbracht haben uns zu verunreinigen. Wie?? Wodurch??

Nun, den Körper durch schlechte Ernährung, in jungen Jahren zu viele Drogen, zu wenig Schlaf, zu viel Sex uvm., aber hauptsächlich durch eine falsche, weil einseitige Ausrichtung, des Lebens. Wir werden aus der Einheit in die Zweiheit, die man Leben nennt, geworfen und lernen dann leider nur, uns an der jeweiligen kulturellen Idee unseres Lebensraumes, was Leben (scheinbar) ist, zu orientieren oder besser ANZUPASSEN oder noch härter formuliert, zu konditionieren.

In unserer heutigen Gesellschaft, die inzwischen weltweit adoptiert wird, geht es nicht mehr ums über-lebenalso um die einfache Erfüllung des Nötigen wie etwa genügend Nahrung, ein Dach über dem Kopf, Arbeit und sozialen Austauschum den Genuss des Lebens, um die Gemeinschaft, um das Soziale, um unser Eingebunden-Sein in die Natur und deren Prozesse. Es geht ausschließlich um kapitalistische Aspekte wie die des Erfolg-Habens, des viel Erreichens, des viel Erlebens, des Alleine-Klarkommens, des Erfüllens unserer Wünsche, des Bestätigens unser Vorurteile, des Vereinsamens und damit auch um die Ausbeutung jener Natur, deren Teil wir sind. Wir beuten unsere Mitmenschen, unsere Tiere, unsere Pflanzen, unseren Planeten aus um unser Ego zu bestätigen und Spass zu haben, statt nach dem wahren Sinn des Lebens zu streben, dem Leben selber!

Das Geistestraining im Qigong beinhaltet ein deutlich weiter reichendes Spektrum an Lebenserfahrungen, Lebenslust und trainiert uns wieder eine tiefer liegende innere Zufriedenheit zurückzugewinnen, die vielen schon lange verloren geglaubt war.

Neben der einfachen Idee zur Ruhe zu kommen (jing) und zu entspannen (song), gehen die originalen chinesischen Begriffe weit über unser Verständnis davon hinaus. Das Loslassen von Wünschen; das Loslassen von unserem (scheinbaren) Wesen; das Erkunden neuer – spiritueller – Wege und Erkenntnisse; das Entspannen im Geiste, das Loslassen der Idee, immer etwas erreichen zu müssen und damit zu wollen; das hinein Horchen in unseren Körper, der immerhin unsere Heimat ist; das Lösen von (Denk-)Konzepten uvm. gehören mit zu den Inhalten dieser Begriffe. Und dies wird trainiert durch einfache Körperübungen, den Einsatz von Visualisierungen, die Erforschung unseres wahren Selbst, das Zusammenführen und verdichten unserer Aufmerksamkeit, die Wahrnehmung unseres Energiesystems, das Ausweiten der Fähigkeiten des Atmens und das Eins-Richten unseres geistigen Potenzials.

Versteht ihr?? Das System des Qigong – zumindest des klassischen Qigongs – die Praxis der Meditation oder des Taijiuan sind ausgeklüngelte Methoden, seit Jahrtausenden erprobt, verfeinert und angepasst an die Entwicklung des Lebens, die uns wieder in unser Herz und damit in das Herz der Natur, in das Herz des Dao, in die Mitmenschlichkeit zurückführen können. Jedenfalls bei ausdauernder und korrekter Praxis.

Und Mitmenschlichkeit hat immer auch mit uns selber zu tun! Es bedeutet eben nicht nur, für andere da zu sein, sondern dadurch auch für uns da zu sein, uns wahrzunehmen, unser Potenzial zu erkennen und entsprechend zu leben!

So stellen wir über einfache Übungen einen, nein besser, unseren Kontakt zu Himmel und Erde her. Wir öffnen uns dem Himmel und lassen uns in die Erde fallen und vertrauen ihr. Wir atmen intensiver durch entsprechende Anweisungen oder lernen zumindest, wieder genauer hinzuhorchen, wie wir denn atmen. Wir bewegen unseren Körper adäquat, sanft, flexibel und doch äußerst kraftvoll und stärkend. Wir lösen unsere Wünsche auf, lassen Urteile und Bewertungen ziehen und schauen ganz neu jeden Tag auf das Leben und uns darinnen…!

Das tägliche Üben bringt uns zurück zu unser Wurzel, zu unserem Urgrund.

Wie das letztlich genau zu bewerkstelligen ist, ist schwer über einen Text, über geschriebene Worte aufzuzeigen und zu lehren. Zumeist bedarf es der persönlichen Begegnung in Kursen oder Retreats, um jeden Einzelnen gemäß seinen Fähigkeiten und Kenntnissen tiefer in dieses Feld hineinzuführen. Aber oft können Worte hilfreich sein mit dem Training zu beginnen oder während des Trainings die Praxis zu erweitern. Irgendwann wird jeder Lernende merken, dass beide Aspekte wichtig sind. Theorie und Praxis. Wie sagte meine Meisterin Liu so schön:“Ohne Theorie sind wir taub, ohne die Praxis blind! Deshalb auch meine Artikel, meine CDs, meine DVDs, meine Vorträge und meine Kursangebote. Sie aller zusammen ermöglichen erst ein optimales, tiefes und detailliertes Training, was dann sicherlich auch zu Erfolgen, zu Wirkungen führt. Auch wenn diese nicht immer so leicht messbar sind. Aber wie kann Liebe, Lust, Freundschaft, Frieden, um nur einige zu nennen, schon gemessen werden, außer von den Menschen, die diese Dinge erleben selber??

Dieser kleine Text soll einfach nur aufzeigen und euch motivieren, ermuntern oder erstmals in die Überlegung bringen, warum wir eigentlich Qigong, Taiji oder Meditation üben? Was ist unser Anliegen? Und ist nicht der Weg das Ziel?? Ist nicht genau die Beschäftigung mit all dem auf möglichst vielseitige Art und Weise genau so, wie ein Weg eben aussehen soll?? Voller Freude, Neugier, Liebe, Tatendrang, Einsatzfreude, Kritikfähigkeit, Demut und Leidensfähigkeit im positiven Sinne!

In kommenden Texten werde ich detailliert und vielleicht auch konkreter auf verschiedene Aspekte eingehen, die ich hier nur angedeutet habe. Dennoch sind diese Hinweise eben auch wichtig. Hinweise oder Wegweiser weisen den Weg, ohne ihn mitzugehen, jedenfalls nicht immer. Dennoch sind sie hilfreich und wichtig. Und auch wenn ich Vertiefungen ankündige, bleibt unser Training abhängig von unserem Einsatz, ob in der Theorie oder der Praxis. Und wie so oft, sollte der Schwerpunkt immer genau dort liegen, wo wir selber ihn nicht sehen würden;-)!

Es gibt wesentlich mehr zu tun und mit Freude zu erledigen als nur ein Wunschkonzert im Leben zu sehen…fangen wir endlich an, der natürlichen Bestimmung des Menschen zu folgen…

Im Mitgliederbereich und in all meinen Kurs- und Retreatangeboten verfolgen wir diesen Weg der Kultivierung, um zu erleben und zu erfahren, wie wundervoll und heilend sich Frieden, Glück, innere Zufriedenheit, Freude, Demut und Weisheit wirklich anfühlen…!