Die Kultivierung des Herzens – 3

In meinem heutigen Artikel möchte ich auf weitere Aspekte des Geistestrainings im Qigong eingehen.

Der Geist (shen) hat sein Zuhause im Herzen (Xin) und den anderen vier Yin- oder auch Zang-Organsystemen. Der Geist oder auch die Seele, beinhaltet verschiedene Funktionen des gesamten Körpers und benötigt für seine Denkarbeit, seine Steuerung von Millionen von Prozessen innerhalb der Organe, der verschiedenen anderen „Areale“ des Körpers, aller Zellen und der emotional-psychischen Aspekte des menschlichen Seins alle Organsysteme und deren Funktionen.

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Dem Winter richtig begegnen

Der Winter

Gerade hat der Lidong-Zeitabschnitt begonnen. Mit Beginn dieses Zeitabschnitts hat sich das Yin endgültig durchgesetzt und der Winter, Dunkelheit und Kälte sind bereits da oder stehen unmittelbar bevor.

In dieser Zeit sind verschiedene Dinge für den Menschen wichtig, so er denn im Einklang mit der Natur, den Jahreszeiten leben und damit gesund und zufrieden sein möchte.

Zum einen müssen wir uns körperlich wärmen und zurückziehen. Passende Kleidung, heute oft überhaupt nicht mehr verstanden, ist extrem wichtig, um uns vor äußerer Kälte zu schützen. Füße, Bauch, Nacken und Ohren sind stets bedeckt und warm zu halten.

Unser Essen muss langsam umgestellt werden auf wärmende und nährende Nahrungsmittel wie gekochtes Getreide, Eintöpfe, Kraftsuppen, wer mag gerne etwas Fleisch. Rind, Ente, Gans und Lamm sind wunderbare Wärmelieferanten. Kalte Nahrungsmittel, insbesondere Eis und kalte Getränke sollten gemieden werden.

Der Schlaf sollte nun ausgiebiger werden. Wir gehen früh ins Bett (21.30 Uhr) und stehen spät auf ( 6.30/7.00 Uhr). Egal welchen Tagesrhythmus Sie haben, ändern Sie ihn nun leicht dahingehend, dass Sie länger schlafen können. „Hast du den Winter richtig gelebt, kannst du im Frühling einen Tiger erlegen“, heißt es in alten chinesischen Texten.

Schützen Sie Ihre Nieren. Stille Qigong- und Atemübungen oder Meditationen sollten uns nun täglich für mindestens 40 Minuten begleiten. Halten Sie mit Ihren Kräften haus, nicht überanstrengen, kein Stress (schon gar nicht zur Weihnachstzeit) und seien Sie zurückhaltend in der Sexualität. Jeder Orgasmus ist ein Verlust an Essenz von Niere und Leber. Und genau diese Essenzen wollen wir ja im Winter schützen und bewahren.

Täglich ein kleines Danke-Schön an das Dao, ein Gebet, ein Mantra helfen ebenfalls den Geist zu beruhigen. Dazu ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft. Wenn die Sonne scheint, genießen Sie die Sonne und lassen Sie sich diese auf den Rücken scheinen.

Bleiben Sie ruhig im Herzen, still im Geist und unberührt von Erwartungen, Wünschen und Vorstellungen, wie das Leben sein soll. Durch eben diese Wünsche und Erwartungen entstehen überschäumende Emotionen, die niemals gesund sind, aber zur Winterzeit sehr schädigend auf das Nieren-Qi einwirken. Insbesondere Ängste, Kummer und Sorgen sind jetzt fehl am Platze. Sie können schnell zu einem Absturz des Nieren-Qi führen und damit auch Depressionen entstehen lassen.

Deshalb steht im „Gelben Kaiser Werk“: “Der Ruhige lebt lange, der Unruhige stirbt früh!“.

 

Weitere Tipps für die nächsten Wochen:

Abendliche heiße Füßbäder mit 3  Scheiben Ingwer regen das Nieren-Yang an und wärmen die Beine. Außerdem regen sie die Qi- und Blut-Zirkulation an.

Eine tägliche Nasenmassage sorgt für eine freie Atmung und beugt Erkältungen vor. Eine Armmassage (vielleicht als Partnermassage) hilft gegen schlechte Laune und aktiviert das Herz-Qi.

Im Winter wird das Verdauungssystem stark gefordert. Die äußere Kälte und Feuchtigkeit behindert ebenso wie der Wunsch nach deftiger, wärmender und nährender Kost. Im Winter sollen wir deftig essen und viel essen, um unsere inneren Schätze (jing, qi, xue, jinye und shen) zu stärken und zu nähren. Deshalb müssen wir unsere täglichen Aktivitäten herunterschrauben. Außerdem sollen wir nicht so viel denken. Mehr Stille, weniger denken. Mehr Visualisierungen in Qigongübungen und mehr Mantren statt Party feiern, unterwegs sein und zu viel arbeiten.

Täglich einen Löffel guten Honig essen, um das Darmnetzwerk geschmeidig zu halten.

Zudem mehrmals am Tag mit den Zehen in den Boden greifen und wieder loslassen. 18 mal wiederholen. Dies öffnet den Yongquan, der immerhin mit der Niere verbunden ist, die wiederum das Qi zur Erhitzung des Verdauungstraktes bereitstellt.

Erhitztes Meersalz, welches in ein Trockentuch eingewickelt auf den Nabelbereich gelegt wird, tut dem Bauch und dem Unterleib gut.

Zur Vorsorge von Blasenentzündungen können Walnüsse in einer trockenen Pfanne in etwas Salz geröstet werden und morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem zu Bett gehen je 3-5 Nüsse langsam zerkaut und gegessen werden. Ein Schluck Reiswein oder Cocnac dazu verstärken die Wirkung…;-)!

Und natürlich dürfen die berühmten Massagen von Nieren und Ohren nicht fehlen. Täglich mehrfach die Ohren und Nieren massieren und kneten bis diese glühen! 😉

Die Hausapotheke der Chinesischen Medizin – DVD ist fertig

Unter dem Titel „Die Hausapotheke der Chinesischen Medizin“ habe ich gerade eine DVD veröffentlicht (Buch folgt in wenigen Wochen), auf der ich das alte Wissen der Daoisten und Buddhisten zur Gesundheitsvorsorge und zur Selbsthilfe bei den verschiedensten Gesundheitsstörungen leicht verständlich und direkt praktisch nutzbar vorstelle.

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