Weihnachstbotschaft – Was ist wirklich wichtig im Leben?

Im „Gelben Kaiser Werk“ finden wir: “Der Ruhige lebt lange, der Unruhige stirbt früh!“.

Doch wie wird bzw. bleibt man ruhig? Wie schaffen wir es, dem Wahnsinn des modernen Lebens zu entfliehen, ohne uns gänzlich zurückzuziehen?

Die alten Weisen Chinas haben dazu verschiedene Methoden entwickelt. Das, was wir heute Qigong nennen ist die bekannteste und wirkungsvollste Methode, die wir selber ausüben können. Ich zähle die Selbstmassagen mit zu diesem Bereich.

Das Wichtigste aber ist es, die wahre Natur des Geistes zu erkennen und den wahren Sinn des Lebens!

Ist es wirklich der Sinn des Lebens, dass wir möglichst viel Geld horten, möglichst viele Dinge erleben, möglichst oft unterwegs sind, möglichst viel Stress haben und möglichst viele Krankheiten?? Sollen wir tatsächlich Schlaflosigkeit, unendliche Emotionen, ständiges Meckern und Beschweren, regelmäßige Arzt- und Krankenhausbesuche, Dauerstress, ewiges Gehetzt-Sein und Unzufriedenheit als Lebensziele definieren??

Klingt es nicht sinnvoller, Liebe, Mitgefühl, Demut, innere Zufriedenheit, Bescheidenheit und ein gewisses Glücksgefühl als wirklich sinnvolle Ziele eines Menschenlebens zu betrachten??

Ich finde, Letzteres klingt wesentlich angenehmer und gesünder!

Wir müssen uns immer wieder klar machen, worum es im Leben wirklich geht! Die Frage nach HABEN oder SEIN. Wobei SEIN nicht einmal HABEN ausschließt! Nur die Gewichtung sollte deutlich mehr in Richtung SEIN geändert werden.

In der Weihnachtszeit wird mir immer sehr deutlich bewusst, wie wahnsinnig der moderne Mensch inzwischen ist!! Wir sind wirklich crazy!! Und wer das nicht glaubt, der gehe gerade in der Weihnachtszeit mal mit Verstand und Aufmerksamkeit durch die Innenstädte…!

Da geben wir Milliarden aus für Weihnachtsgeschenke, statt dem Anderen Liebe und Zeit zu schenken. Da zünden wir tausende von Kunstkerzen (oder auch echte) an, statt unser inneres Licht zum Leuchten zu bringen. Da rasen wir von einer Weihnachtsfeier zur nächsten, um Besinnlichkeit zu feiern. Da überlegen und grübeln wir rauf und runter, welches Geschenk wir wem machen sollen, statt einfach unser Herz zu fragen. Da hetzen wir von einem Termin zum anderen, um dann gerade pünktlich am Heiligabend völlig aus der Puste in der Kirche zum weihnachtlichen Gottesdienst zu kommen. Dort singen wir „Stille Nacht, Heilige Nacht“, um uns dann anschließend sofort wieder auf Tour zu begeben zu Oma, Opa oder Schwiegeroma und -opa. Unter dem Tannenbaum stehen Geschenke, die kein Mensch braucht, von Menschen, die nicht mehr wissen, was wirklich wichtig ist in diesen Zeiten des Wandels. Und letztlich sind dann alle froh, wenn die besinnliche Weihnachtszeit endlich vorbei ist, damit das Leben wieder etwas ruhiger werden kann…;-D! 

Weihnachten, der Winter, die dunkle Jahreszeit sind nur dazu da, uns eine Pause zu bereiten. Diese Zeit ist nur zu unserer Erholung, für den Rückzug, für das Erleben tiefer Stille da! Und wir versauen sie derartig, dass man schon fast wieder lachen muss, wie dumm doch unsere so hoch gelobte Intelligenz in Wahrheit ist!

Wir sollten unsere Mitmenschen lieben und Gutes tun. Die Reichen sollten den Armen Geschenke machen (wie St. Martin), was aber gerne schnell verdrängt wird.

Wir sollten die Zeit nun regelmäßig anhalten, um wenigstens einen Moment lang inne zu halten und zu spüren, welch heilige Zeit wir jetzt eigentlich haben und wie wundervoll (voller Wunder) diese Zeit für uns Menschen ist. Wir sollten mit offenen Augen durch unser Leben rennen und denen geben, die nicht so viel haben wie wir. Wir sollten lachen und den Kindern etwas von der Gnade des Lebens und der heilenden Kraft der Liebe erzählen, statt sie mit Geschenken zu bombardieren.

Ich hoffe und wünsche es uns, dass wir irgendwann die Kurve wieder kriegen und uns wieder bewusst wird, was wirklich zählt im Leben…!

In diesem Sinne wünsche ich euch eine besinnlich-heilsame Weihnachtszeit…

 

Foto: Bossfight

Die Bedeutung des Winters – Ein paar altchinesische Ideen

In meinem heutigen Artikel möchte ich ein wenig über den Winter und seine tiefgründige Bedeutung sinnieren;-)! In der Klassik der Chinesischen Medizin waren alle Jahreszeiten enorm wichtig und wurden sehr geachtet in ihren natürlichen Funktionen und Aufgaben.

Im Winter er-leben wir bestimmte energetische und geistige Muster, in die es einzutauchen gilt. Beispielsweise zeigt sich die Natur zur Winterzeit im Rückzug. Der Rückzug ist durchaus unterschiedlich stark ausgeprägt, aber viele Pflanzen (als auch Tiere) verschwinden für Monate vollkommen von der Bildfläche. Der Mensch ist eingebettet in diesen Rückzug der Natur und soll sich genauso verhalten.

Länger schlafen als im Sommer wäre solch ein praktischer Ausdruck dieses Rückzugs. Die Nächte sollten deutlich länger sein als im Sommer. Wie heißt es so schön im Gelben Kaiser Werk (Huangdi Neijing): Gehe früh zu Bett und stehe spät auf! Wir sollen also gerade nicht die Nacht zum Tage machen. Dies ist natürlich ein modernes Phänomen, denn damals, mit Kerzenlicht, war der Drang wach zu bleiben deutlich kleiner. Heute aber, wo wir zu jeder Nachtzeit den Tag, das künstliche Licht, einschalten können, wird es deutlich schwerer für den Körper, die Tageszeiten klar zu unterscheiden und wir, unser Geist sucht manchmal ja förmlich nach Ablenkung durch schlafstörende Aufgaben wie etwa fernsehen oder surfen im Netz, um nur einige zu nennen.

Schlafstörungen sind ein modernes Problem. Und das, obwohl der Schlaf soooooo bedeutsam für unsere Regeneration und damit unser Immunsystem und unsere Gesundheit generell ist. Mehr als die Hälfte der Deutschen schläft nicht mehr richtig, und das chronisch. Dies ist ein typisches Problem einer Yang-Gesellschaft, die ver-zweif-elt (Magenfunktion <> Denkfunktion) nach dem Yin, der Pause, der Erholung, dem Nährenden, der Stille sucht…!

Der Winter ist Yin. Und genau deshalb fällt es dem modernen Menschen inzwischen so schwer, ihn richtig zu leben. Wir sind Yang, in Bewegung, in Action, wir tun, wir sind erfolgreich, wir sind alles Mögliche, aber ganz sicher nicht still. Stillstand, so reden uns Politik und Wirtschaft ein, bedeute den Tod. Dabei ist es genau umgekehrt. Fehlende Stille, fehlende Pausen, fehlende Erholungsphasen, fehlender Schlaf bedeuten den Tod!!!

Und so haben wir das Weihnachtsfest zu einer der größten Parties gemacht, die wir kennen. Aus dem Fest der Stille, dem Fest der Besinnlichkeit ist ein fest der Hektik, des Stresses und der Action geworden. Welch ein Niedergang. Der berühmte Weihnachtsmann würde sich im Grabe umdrehen, wenn er sehen würde, was wir aus seinem Fest gemacht haben.

Der Winter, mit diesem Fest der Stille und der Ankunft des Neuen Jahres sind geistig-seelische Feste, die uns an den Neubeginn erinnern, der sich bereits ankündigt, obwohl noch nichts auf der materiellen Ebene sichtbar wird. Diese Feste dienen der Hoffnung, dass das Leben weitergehen und wir uns im Frühling wieder fit, kräftig und voller Tatendrang erheben werden. Diese Feste sollen im Inneren gefeiert werden. Das Kerzenlicht als Hoffnungsschimmer, der leckere Lebkuchen und die Weihnachtsgans als Stärkung für das Jing, das uns dann gestärkt sicher und warm durch den Winter bringt und die Stille, die wir schätzen und leben sollen, damit sich Geist und Seele erholen können und wir uns verbinden können mit unserem eigenen Körper (Innenschau <> Meditation) und unserer Umgebung, die man Natur oder Kosmos nennt.

Wie trivial und oberflächlich ist es stattdessen, wenn wir unser ganzes Handeln auf Weihnachtsfeiern und Geschenke ausrichten!!!

Ein – aufmerksamer – Spaziergang zur Winterzeit spricht Bände und kann uns ein ganzes Jahr lang nähren, wenn wir denn bewusst und aufmerksam hören, was die Stille, was der Winter, was die winterliche Landschaft uns eigentlich zu sagen hat. Ein Mahl mit der Familie im Kerzenschein, ein wenig plaudern, genießen und gemeinsam lachen kann die – innere – Welt komplett verändern. Eine Meditation am Abend über 1 oder 2 Stunden kann uns Einblicke in die Natur des Menschen und die Natur der Natur vermitteln, die wir niemals für möglich gehalten hätten. Ein paar Tage ohne Kontakt zur Außenwelt können ein Türöffner für ungeahnte Impressionen unserer Innenwelt, unserer Seele sein.

Der Winter, als tiefstes Yin des Jahres, ist äußerst bedeutend gerade für den modernen, yangbetonten Menschen. Nutzen wir ihn doch zu unserem eigenen und unser aller Wohl.

 

4 Prinzipien des daoistischen Qigong – ein kurzer Überblick

in diesem Beitrag gebe ich einen kurzen Überblick über die vier wichtigsten Prinzipien des daoistischen Qigongs. Es wundert hoffentlich (!!) nicht, dass es eben keine Techniken sind, die hier nur erlernt werden müssen, sondern, dass Qigong immer zutiefst etwas mit Harmonie mit der Natur, in Einklang mit dem Dao sein, mit Mitgefühl für andere zu tun hat und nicht mit irgendwelchen Techniken. Diese sind nur Beiwerk.

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Ich muss weinen darüber, dass… – Weihnachtsbotschaft zum 4. Advent

Joachim Stuhlmacher

Liebe(r) Leser(innen),

 

Ich muss weinen darüber, dass

 

das TimeMagazine Donald Trump zur Persönlichkeit des Jahres 2016 gewählt hat,

dass der IS Frauen vergewaltigt und demütigt;

das wir Menschen in Not nicht mehr ohne wenn und aber helfen wollen;

wir es nicht schaffen, alle Besitztümer dieser Erde gerecht miteinander zu teilen;

ich oft nicht aus meinem Herzen heraus handele;

wir mit Diktatoren Deals machen und Geld verdienen;

Menschen in dieser reichen Welt Hunger leiden müssen;

wir zum Mond fliegen, aber mit unseren Nächsten oft nur noch per Smartphone kommunizieren;

wir kein Maß mehr kennen und keine Dankbarkeit für die kleinen Dinge des Lebens;

ich nicht immer den Mut aufbringe, mich so klar zu äußern, wie in dieser Weihnachtsbotschaft;

dass wir unseren Kindern und Enkeln eine fast vollständig ausgebeutete Erde hinterlassen;

wir kaum noch lieben, sondern zumeist begehren;

wir Zäune und Mauern in Herz und Gehirn haben, die dringend abgerissen werden müssen;

wir nicht mehr von unseren Kindern lernen, sondern sie schon so früh wie möglich in die Erwachsenenwelt einpferchen wollen;

wir Manager 20 mal besser bezahlen als die Menschen, die unsere Angehörigen und Kranken pflegen;

wir lieber Krieg spielen, als einen Schritt auf den gegenüber zuzugehen;

wir Deutschen nicht mehr teilen wollen;

die Angst die Herzen der Menschen besetzt hat;

das radikal Rechte wieder stärker wird, obwohl das Herz doch auf der linken Seite wohnt;

Musik, Kunst, Religion(en) und Sozialkunde Nebenfächer sind;

wir den Kriegen dieser Welt nicht entschlossener entgegentreten;

ich die Kultivierung meines Herzens nicht aufrichtiger und entschlossener verfolge;

sich Rassen heute noch hassen können, wo diese doch definitiv alle aus Menschen bestehen;

wir inzwischen so verwöhnt und egobezogen sind;

ich so viele Menschen durch mein Handeln verletzt habe;

wir nicht mehr unserer inneren Sehnsucht folgen, sondern eher unserem Portemonnaie;

in Europa nur der wirtschaftliche Zusammenhalt existiert;

der Erfolg das Glück verdrängt hat;

wir Politiker, die ihre Versprechungen nicht einhalten, sofort zum Blocksberg jagen;

Mitmenschlichkeit für mich inzwischen so schwer zu verwirklichen ist;

der Verstand über das Herz gesiegt hat!

Vielleicht mögt ihr mit mir weinen und vielleicht bilden unsere Tränen dann einen neuen Ozean der Liebe und des Mitgefühls für die gesamte Welt…

Euer JoAchim DaoQian Stuhlmacher

 

 

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Eintreten in die Stille – Ein wichtiges Prinzip im Qigong

Heute möchte ich ein wenig über das sogenannte „Rujing – Eintreten in die Stille“ schreiben, weil es eine enorme Bedeutung für die Effektivität des Qigongübens hat. Es gibt 3 Stufen des Eintretens in die Stille, Rujing, Ruding und Ruwa, die in der genannten Reihenfolge unterschiedlich tief in Körper, Qi und Geist hinein wirken, entspannen und auflösen.

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