Frohe Weihnacht überall – Der Weg des Herzens??

Wir sind wieder mitten drin im besinnlichen Weihnachtsrausch…! Weihnachtsfeiern hier, Weihnachten und Familie unter einen Hut bringen da, letzte berufliche Arbeiten vor dem Jahresende, die Planung des nächsten Jahres und natürlich der Kaufrausch. Zuerst die Geschenke für die Kinder. Die möchten eigentlich Zeit und Liebe, aber wie soll man das jetzt in Geschenke umrechen?? Wir waren so oft unterwegs, hatten viel Stress, auch in der Zeit mit den Kindern, mussten doch für das noch größere Haus/Auto/Swimmingpool/Flachbildschirm…das Geld erwirtschaften. Und aus diesem Grunde muss natürlich das Geschenk für die Kids auch dieses Jahr wieder noch größer und noch bombastischer sein. Dem (Weihnachts-) Himmel sei Dank, dass es auch kleine bombastische Dinge gibt wie das neueste Smartphone für die Kleinsten mit integrierter Sprachlernapp, für die deutsche Sprache natürlich. Okay, wenn man es schon hat, können die Kleinen ja auch gleich englisch und französisch oder spanisch lernen…das sind Investitionen für die Zukunft. Und das sind alles noch einfache zu besorgende Geschenke.

Doch was machen wir mit Muttern. Die will immer nichts, weil sie meint, sie hat schon alles! Doch mal ehrlich, tse, niemand hat alles, nicht mal annähernd. Oder meint sie vielleicht, alles, was sie benötigt, was sie braucht zum leben? Okay, da könnte was dran sein. Wie wäre es mit einem in den Arm implantierten Notrufschalter? Sollte etwas passieren, hat sie ihn immer bei sich und sie kann immer drauf drücken und muss diesen blöden Schalter nicht ständig suchen. Er ist ja im Arm. Geniale Idee. Okay, für den kleinen Eingriff brauchen wir aber schon ihre Zustimmung. Das klappt vielleicht am besten am Weihnachtsabend, wenn alle Kinder und Enkelkinder versammelt sind und man Mama fast alles unterjubeln kann, wenn man es leise genug tut.

Das lass ich Susi, meine Frau, machen. Sie kann sowas gut. Apropos, was kann ich für meine Frau denn Schönes kaufen? Der letzte Ring war schon teuer genug und ihr Schmuckkästchen läuft eh über. Aber sie praktiziert ja jetzt dieses komische Feuer-und Wasser-passen-nicht-zusammen-Yoga. Keine Ahnung was das soll. Aber ich hab im Netz gesehen, da gibt es eine Art Einsteigerpaket mit Matte, Sitzkissen, Mattenhülle aus Seide (damit die Matte sich wohl fühlt) und extraweichen Yogaklamotten, also zum Anziehen, mein ich. Hose, Sweatshirt, Schühchen (ausgewachsene Schuhe sind es nicht). Das ganze Paket von so´ner Edelmarke für schlappe 1460 €. Oh, und bei Bestellung vor dem 24.12.gibt es eine Flasche edlen Rotwein dazu (der ist für mich). Perfekt, das ist es! Puh, Gott sei Dank! Das hätt ich auch.

Und was mach ich mit Pa? Der will immer nix, kriegt meist auch nix und meckert dann aber die ganze Weihnachtszeit rum. Zigarre darf er nicht mehr, Alkohol soll er auch nur noch wenig. Und radfahren will er nicht mehr, obwohl die Ärzte ihm gesagt haben, dass es ihm sehr gut tun würde. Vielleicht eine hypermoderne Medikamentenbox mit automatischem Rezeptreader und integrierter Steuerung der Einnahmezeiten mit entsprechendem Ausdruck in Großbuchstaben. Dann nimmt er auch nix mehr Falsches? Aber ich höre ihn schon sagen, dass die Ärzte eh nichts von Gesundheit wissen und er immer nur was Notwendiges bekommt, nie etwas, was ihm einfach Freude bereitet. Genau, ein neues Doppelkopfspiel sitzt auch noch drin. Das ist doch Freude pur!

(Und preiswert dazu), denn ich hab mir schon das neue 5er-BMW-Modell ausgesucht. Gibt´s jetzt als Family-Van, damit ich´s auch der Familie verkaufen kann. Fährt aber wie die Limousine. Und die Kiste kostet richtig was, nicht nur in der Anschaffung. Aber ich hab auch so´n VW-Modell-Rechner, der mir die Kosten für Steuern, Versicherung, Spritverbrauch und Reparaturen schönrechnet. Den leg ich Kritikern immer vor, wenn es heißt, mein Auto sei teuer. Also, abgesehen von meinem Auto, dass ja für alle ist, bekommen die anderen immer viel mehr zu Weihnachten. Na ja, ich bin eben so herzlich bescheiden und brauche nicht so viele Dinge. Und mein neues Apfel-Tablet und diese Armbanduhr, die mehr ist als das, hab ich natürlich auch. Womit sollte ich sonst spielen, wenn die Kinder unter sich sind und die Frauen das Essen zubereiten.

Ist das wirklich alles, was Weihnachten zu bieten hat??

Ursprünglich war es das „Fest der Rückkehr des Lichts“. Doch dieses Licht war natürlich kein künstliches, elektronisches hervorgebrachtes Licht. Es war auch nicht die ähnlich leuchtende Hitze des Stresses, die ja auch Licht produziert. Es ist das in uns wohnende kühle Licht der Seele, welches strahlt und doch nichts verbrennt (deshalb kühl). Dieses sanfte und doch intensiv leuchtende Licht der Kraft der Liebe, die weit über unsere Vorstellung von Liebeskraft hinausgeht. Der Drachentormeister Wang Liping hat in einem Aufsatz geschrieben, dass selbst die uneigennützige und alles für das Kind tuende Mutterliebe nicht annähernd vergleichbar wäre mit dem Licht der Seele, die in uns wohnt und die wahre „Göttlichkeit/Dao/Universeller Geist“ darstellt und für jeden erreichbar ist, der es intensiv und aufrichtig genug praktiziert. Wie tun wir das? Mit der Methode des „Xiu Lian“, der aufopferungsvollen Arbeit mit Körper, Geist und Seele. Dies ist der Weg der Meditation, das ist der Weg des klassischen Qigong.

Im Alltag tun wir dies, in dem wir uns auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben rückbesinnen (religio), die da wären: Demut, Dankbarkeit, Mitgefühl und Liebe. Allesamt keine materiellen Aspekte eines Menschenlebens und doch die zentralen Aspekte des eigenen Glücks, der eigenen Zufriedenheit und des eigenen Tuns und der in gleichem Maße stattfindenden Zuwendung zu allen anderen Wesen der Welt. Nicht jede Weihnachtsfeier muss besucht werden, nicht jedes mögliche Geschenk muss gut sein für den Beschenkten und nicht aller Wohlstand ist sinn-voll und wohltuend. Besinnen wir uns zurück auf Tugenden, die jedem Menschen innewohnen und nach denen letztlich alles suchen und streben. Auch wenn wir dies oft verwechseln und glauben Zufriedenheit und Glück finde sich in den Dingen.

Wie sagt Laozi so schön:“Nützlich liegen die Gestalten vor Augen (Materielles), doch aus dem Verborgenen geht wahrer Nutzen hervor“.

Suchen wir doch wieder mehr die im Verborgenen zu findenden Qualitäten des Mensch-Seins, nach denen alles lechzen und die eben nur dort, an der Quelle des Seins, in der geistig-seelischen Welt zu finden sind.

So wünsche ich allen überall eine wahrlich frohe Weihnacht…Ihr Joachim DaoQian Stuhlmacher


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