Kälte – Oft nicht verstanden und unterschätzt – Teil 2

Aus aktuellem Anlass ein kurzer Nachtrag zum Thema Kälte. Gerade lese ich beim Online-Forum T-Online einen Bericht in der Rubrik „Gesundheit“, in dem davon geschrieben wird, dass die Wissenschaft nicht genau weiß, warum die Gelenke im Winter häufiger und stärker schmerzen, aber dass dies so ist, sei klar festzustellen. Wie ich im ersten Beitrag zu diesem Thema schon geschrieben hatte, ist dies in der Chinesischen Medizin schon seit Jahrtausenden bekannt. Und auch die Therapie solcher Kälte-Schmerzen und Kälte-Erkrankungen ist bekannt und wird oft sehr erfolgreich durchgeführt. In dem Bericht wird gesagt, dass in der Schulmedizin bekannt ist, dass Menschen mit Arthrose im Winter deutlich mehr Probleme haben und empfehlen Bewegung als hilfreiche Therapie.

Es gibt innere wie äußere Kälte, wobei der Begriff innere Kälte „nur“ ein Sinnbild, ein Symbol für die Auswirkungen im Körper ist, die durch eine Blockade von Qi und Blut im Körper entstehen können. Ich will damit sagen, dass innere Kälte nicht zwingend als Temperaturrückgang zu messen ist, aber später durchaus messbar sein kann. Im Inneren des Körpers selbst ist diese Messung nicht so leicht durchführbar, aber es wird sicher Zeichen von geändertem Temperaturverhalten geben oder zumindest von Einschränkungen der normalen Funktionstüchtigkeit bestimmter Zellen oder Areale. Menschen mit Arthrose, einer Kälteeinwirkung in einem Gelenk oder Gelenkareal spüren dies in der Regel im Winter wesentlich deutlicher. Aber auch während der Nacht oder im Alter (Zeiten mit rückläufiger Wärme im Leben) zeigen sich Symptome und Stärke der Erkrankungen deutlicher. Eine, wie von der Schulmedizin empfohlene, Bewegungstherapie ist auf Dauer nur mäßig effektiv. Natürlich ist Bewegung gut bei und gegen Kälte, wie jeder Mensch weiß, der bereits einen Winter erlebt hat und sich dann auch mal draußen aufgehalten hat. Aber Bewegung allein wirkt nicht tief genug in den Körper hinein und bleibt beschränkt in den Auswirkungen, vor allem auf Dauer betrachtet. Innere Kälte benötigt zur Ausleitung und Transformation innere Wärme, erzeugt durch warme und heiße Nahrungsmittel, Kräuter, tiefgreifende Übungsmethoden wie Qigong oder Taijiquan und ein warmes Gemüt. Herzlichkeit, Mitgefühl und Liebe erzeugen immer auch innere Wärme, die einer Kälteschädigung vorbeugen kann. Dort beginnt die Störung unserer Körper-Qi-Seele-Harmonie durch Kälte. Und es braucht dabei gar nicht irgendwelcher schwer esoterischen Methoden, um diese Disharmonie langsam aber sicher zu verändern. Beweglichkeit im Denken, flexibel bleiben in unseren Handlungen, wenig Ansprüche ans Leben haben und herzlich und dankbar der Welt gegenüber treten sind einfache, aber auch sehr wirkungsvolle Methoden des Schutzes vor übermäßiger innerer Kälte.

Kurz eingehen möchte ich noch auf den Aspekt der Nutzung von Kälte als therapeutischem Mittel in der Schulmedizin oder in Leistungssportbereichen. Der Einsatz beispielsweise von Kältesprays oder Kühlpackungen, die bei Verletzungen oder nach einer Gelenksoperation in der Reha als Mittel gegen Schwellungen eingesetzt werden, funktionieren nach demselben Konzept. Sie blockieren die Schwellungsbereitschaft von Gewebe und unterbinden (im Idealfall) auch den Schmerz. Aber langfristig schädigen sie den Körper noch mehr. Kälte bedeutet, dass das Geschehene bleibt, wo es ist, Starre (Erfrieren als Bild dafür). Das Trauma im Gewebe bleibt und wird später auf jeden Fall Symptome, Beschwerden und Erkrankungen erzeugen. Der Einsatz von Kälte in der Therapie sollte immer nur von kurzer Dauer sein und anschließend sollte die Kälte ausgeleitet oder transformiert werden. Dies ist häufig ein wichtiger Faktor, weshalb bei Leistungssportlern in jungen Jahren oder kurz nach der Beendigung der Karriere Knochenprobleme zum Vorschein kommen.

Weiter heißt es dann in dem Bericht, dass Arthritis, die entzündliche Variante von Gelenkerkrankungen (und von daher eben eher Hitze erzeugt), auf Wärme- und/oder Bewegungstherapie nicht anspricht. Auch da wäre der Grund dafür noch nicht klar. Der Grund ist dabei relativ einfach. Sehr oft ist die Grundlage für eine entzündliche Variante von Gelenkbeschwerden eine vorangegangene Kältestörung. Die Therapie einer Arthritis mit vorheriger Kälteeinwirkung in dem betreffenden Gebiet erfordert eine sehr ausgeklüngelte Vorgehensweise, die sowohl Hitze als auch Kühlung in der Behandlung einsetzt, meistens in Form von Kräuterdekokten oder-Pillen, oder aber die Therapie wird ergänzt mit den chinesischen Selbsthilfemethoden Qigong und Taijiquan.

Ich habe hier noch längst nicht alles Aspekte von Kälte berücksichtigt. Aber es werden ja noch vieel Winter kommen, wo darauf eingehen kann ;-). In diesem Sinne, haben Sie ein warmes Herz und erschafft Sie sich ein warmes Zuhause und sorgen Sie für innere Wärme.


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