Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)

Die Idee zu dieser Rubrik kam auf Anregung von Schülern und Freunden. Beschwert euch bei denen, wenn euch meine Meinung und die Idee nicht gefallen…;-). Den ersten Film, den ich hier besprechen möchte, ist der Film Birdman, der vor einem Jahr, für viele überraschend, den Oskar gewann. Dieser Film ist ein Meisterwerk der Kinokunst und hat, wenn auch nur entfernt, mit unserem Thema zu tun. Der Film zeigt Szenen, in denen der alternde Ex-Superstar Riggan – der eine großartige Karriere als Darsteller von „Birdman“ (im wahren heutigen Leben „Batman“) hatte – versucht, als seriöser Schauspieler an diese goldenen Zeiten seiner Karriere anzuknöpfen.

Und zwar mit einer Adaption eines Theaterstückes am berühmten Broadway. In einigen dieser Szenen bewegt Riggan, absolut genial besetzt mit Michael Keaton (der tatsächlich die Hauptrolle im ersten Batmanfilm spielte ;-)), ohne Berührung, einfach nur mit dem Blick und seinen Gedanken, alle möglichen Gegenstände…also ein hohes Niveau des Qigong, von dem wir nur träumen können…;-)! Später wird dies jedoch sehr schön aufgelöst. Und nun tauchen alle möglichen Leute im Backstage- und Bühnenbereich des Theaters auf, die eine wichtige Rolle im Leben von Riggan gespielt haben oder gerade spielen. Da ist seine ehemals drogensüchtige Tochter, der langjährige Freund und Anwalt oder seine Exfrau. Aber auch seine neue Partnerin und die nach Anerkennung strebenden anderen Schauspieler und Kritiker sorgen für jede Menge emotionale Spielchen um Schein oder Sein.

Gerade diese Spielchen sind es, die diesen Film so sehenswert machen. Da wird gezickt, gekratzt und vor sich selbst geflohen was das Zeug hält…immer witzig, aber auch immer authentisch und verzweifelt. Einige Situationen, Dialoge und Taten spiegeln viel aus unserem eigenen Leben wider. Spannend und berührend, vielleicht auch manchmal verwirrend. Dazu eine genial rasante Kamera, geschliffene Dialoge und wirklich sehenswerte Leistungen vieler Schauspieler wie etwa die von Emma Stone (überwältigend) oder Gali Fianakis (grandios). Die menschliche Psyche wird wirklich extrem gut in all ihren Facetten wieder gegeben und man spürt die Botschaft des Films. Man ist hautnah dabei zu erfahren, was uns Menschen ausmacht und warum gerade dies uns das Leben so schwer macht.

Ist der Film leichte Kost? Nein, der Film ist wie Qigong, wie Meditation, niemals leicht und seicht, aber immer humorvoll, herzlich und anstrengend. Der Zuschauer muss sich um diesen Film bemühen! Doch dann wird man reichlich belohnt. Da er gerade immer wieder auf Sky läuft, kam mir die Idee zu dieser kurzen Besprechung. – ABSOLUT EMPFEHLENSWERT –

Also, viel Vergnügen bei Birdman…;-)   (ob er wirklich fliegen kann…??)


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