Die Kultivierung des Herzens 4 – lieben…

In meinem heutigen Artikel möchte ich kurz ein paar Zeilen über unsere Wert-Schätzungen im Leben loswerden. Welche Wertvorstellungen sind heutztage, in einer modernen, sich rasend schnell verändernden Zeit noch wichtig; welche sind überholt; welche müssen mit neuen Inhalten gefüllt werden

Die Klassische Chinesische Medizin spricht von Tugenden, die ewige Gültigkeit besitzen. Die Tugenden heutzutage sind oft verzerrt vom unnatürlichen Lebensrhythmus der Menschen und deren unglaublicher Gier nach mehr, nach äußerem Reichtum, nach Macht, nach Erfolg. Die altertümlichen Tugenden galten eher dem Streben nach Erleuchtung, der Erkenntnis einer vollkommen Einheit allen Seins.

Bedinglose Liebe beispielsweise ist solch eine Tugend. Die Unendlichkeit von Liebe ohne Wünsche, Vorstellungen, Erwartungen – Bedingungen eben. Heutzutage lieben wir oft nur dass, was es uns Recht macht. Das, was unseren Vorstellungen entspricht, uns lobt, uns gut tut und unseren Wünschen folgt. Egal, ob Autos, Berufe, Eltern, Kinder, Partner oder Freunde, wir lieben diese nur unter bestimmten Bedingungen. Und diese Bedingungen haben faszinierenderweise nichts mit den wirklich wichtigen Aspekten des Lebens zu tun!

Das Auto muss groß sein, egal, ob wir wirklich ein großes Auto benötigen. Es muss einem Bild entsprechen, welches das Auto zusammen mit uns dann ergibt. Unseren Beruf lieben wir nur, wenn er super bezahlt ist und es keine Probleme gibt. Tauchen Probleme auf, wird die Bezahlung schlechter (obwohl sie immer noch ausreichend für unser Wohl sorgt), so hören wir auf unseren Beruf zu lieben. Wir sind nicht mehr mit “Herzblut” in unserem Beruf, nicht mehr berufen dafür. Noch extremer wird es bei allen sozialen Aspekten zwischen Menschen. Sobald unsere Freunde, unsere Partner, unsere Kinder nicht nach unserer Pfeife tanzen, lieben wir sie weniger. Nein?? Ihr Kind möchte unbedingt Künstler werden. Unterstützen Sie diesen Berufswunsch, diese Berufung wirklich aus vollem Herzen, oder versuchen Sie das Kind zunächst einmal davon zu überzeugen einen anderen Beruf zu erlernen, einen Beruf der Ihrer Meinung nach genügend Geld einbringt?? Ihr Sohn liebt die “falsche” Frau. Akzeptieren Sie das und unterstützen Sie ihn obwohl Sie Vorbehalte haben?? Ich glaube, dass man kaum noch Eltern trifft, die dies tun. Eher wird dem Kind gedroht. Sie würden das nicht mit Liebesentzug benennen?? Ich schon, denn Sie lieben gerade diesen inneren Herzensaspekt Ihres Kindes eben nicht, sondern Sie denken nur an den wirtschaftliche Erfolg, nicht aber an das Glücklich-Sein, an die innere Zufriedenheit Ihres Kindes.

Aber Wert-Schätzung der Liebe hat auch noch weitere Aspekte. Viele Menschen können heutzutage eh kaum noch lieben. Entweder aus obigem Grund oder aber aus einer inneren Angst heraus. Angst vor den Repressalien der Eltern. Angst vor dem Unbekannten. Angst vor Diskussionen, Angst davor, vielleicht nochmal wieder (wie schon so oft vorher) enttäuscht zu werden. Deshalb halten wir uns zurück, zweifeln lieber, sind über-vorsichtig und manifestieren eher unsere schlechten Gedanken als inneres Mantra, als uns auf die positiven Aspekte des Liebens zu stürzen.

Lieben erfordert Mut (und stärkt damit die Gallenblase). Lieben erfordert Hingabe, Neugier, Flexibilität, das Aufbrechen alter Strukturen, weil jemand Neues eben alles anders macht als man selber. Es erfordert Wandel und es erfordert, zum Partner, zum Kind, zum Menschen zu stehen. Und es erfordert auch Selbstuntertützung. Gerade wenn wir unsicher und ängstlich sind, müssen wir mutig sein und uns selbst verstärken. Beispielseise durch ein tägliches “Ich liebe dich!”, durch ein “Ich hab dich lieb!”, “Ich stehe zu dir!”, durch ein “Ich möchte mit dir sein!”, “Ich möchte mich für dich (und letztlich auch für mich) ändern!”. “Lass uns gemeinsam durchs Leben gehen!”. Solche und ähnliche Sätze und Handlungen sollten unser Mantra werden (Zur Erinnerung: Mantren bringen Wünsche in die reale Welt!, sie sind Botschafter des Universums.), unsere Handlungsmaxime, damit wir mutiger, hingebungsvoller, demütiger und last but not least liebevoller werden…so ganz im Sinne des Universums.

Lieben setzt ungeahnte Kräfte frei, wir müssen es nur aus tiefstem Herzen tun…na, das Lieben, meine ich…;-). Übrigens trainieren wir dieses  l i e b e n

auch mit durch unsere Qigongpraxis…

Foto: Dieter Schütz, Pixelio


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